
Woche des Vorlesens
Auch heuer verwandelte sich unsere Schulbibliothek vom 23. bis 28. März in einen Ort voller Geschichten, Stimmen und literarischer Begegnungen: Die „Woche des Vorlesens“ bot den Oberstufenklassen ein abwechslungsreiches Programm, das Lust aufs Lesen und Zuhören machte.
Den feierlichen Auftakt gestaltete am Montag der renommierte österreichische Autor Bernhard Aichner. Mit über 20 veröffentlichten Büchern und einer eigenen Netflix-Serie zählt er zu den prägendsten Stimmen der deutschsprachigen Literaturszene. Eineinhalb Stunden lang zog er die Schüler:innen mit seiner charismatischen Art in den Bann – er las nicht nur aus seinem Werk „John“ vor, sondern gewährte auch faszinierende Einblicke in den Alltag eines Schriftstellers, erzählte von Inspiration, Schreibritualen und den Herausforderungen des kreativen Prozesses.
Am Dienstag durften die fünften Klassen in die Kunst des Vorlesens eintauchen. Der vielseitige Künstler Thomas Lackner – Schauspieler, Regisseur, Moderator und Stimmcoach – zeigte eindrucksvoll, wie viel mehr hinter einer guten Lesung steckt. Anhand von Christian Morgensterns Gedicht „Der Werwolf“ erfuhren die Schüler und Schülerinnen, dass Vorlesen ein Zusammenspiel aus Stimme, Atmung, Mimik, Emotionen, Betonung, Blickkontakt und Körperhaltung ist. Der Workshop verwandelte die Bibliothek in eine kleine Bühne, auf der jede Stimme ihren eigenen Raum bekam.
Ebenfalls am Dienstag stellte der junge Autor Niklas Weber seinen Roman „Digitale Diktatur in Dösendorf“vor. Mit großer Offenheit sprach er über das hochaktuelle Thema „Schreiben mit Hilfe künstlicher Intelligenz“, diskutierte mit den Schüler:innen über Chancen und Risiken und las ausgewählte Passagen aus seinem Werk. Seine Lesung bot nicht nur Literatur, sondern auch Denkanstöße über die Zukunft des Schreibens und der Kreativität.
Am Mittwoch folgte ein weiterer literarischer Höhepunkt: Der Tiroler Autor Matthias Daxer präsentierte seinen Fantasyroman „Sturmtänzer“, dessen zweiter Teil erst kürzlich erschienen ist. Besonders faszinierend war für viele Schüler:innen, dass die Handlung in Tirol angesiedelt ist – an Orten, die ihnen vertraut sind und die sie aus ihrem eigenen Alltag kennen. Daxer erzählte lebhaft von der Entstehung seines Werkes, von der Verbindung zwischen realen Schauplätzen und fantastischen Elementen und davon, wie seine Heimat ihn zu dieser Geschichte inspiriert hat. Die Lesung öffnete ein Tor in eine Welt, die zugleich fremd und erstaunlich nah wirkte.
Den krönenden Abschluss der Lesewoche bildete die Lesung des Autors Christoph W. Bauer. Mit Auszügen aus seiner Novelle „Lärm“ regte er die Schüler:innen zum Nachdenken an und eröffnete neue Perspektiven auf Sprache und Literatur. Bauer hat bereits zahlreiche Werke veröffentlicht – darunter mehrere Lyrikbände, Romane, Hörspiele und Theaterstücke – und zählt zu den vielseitigsten Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur.





