
Impressionen aus Sardinien

Greta und Matilda (7B) tauschen für einen Monat die Tiroler Berge gegen den Strand Sardiniens. Hier berichten sie zu ihrer Halbzeit von den bisherigen Erfahrungen in Italien.
Es ist kaum zu glauben, aber mittlerweile ist schon Halbzeit. Seit nun 16 Tagen sind wir (Greta und Matilda) auf Sardinien und genießen das sardische Leben in vollen Zügen. Begonnen hat unser Abenteuer mit einer 12 Stunden langen Reise, auf der uns Prof.in Siller begleitete. Zuerst fuhren wir zum Brenner, wo wir fast unseren Anschlusszug nach Verona verpasst hätten und deshalb am schneebedeckten Bahnsteig einen Sprint, inklusive 16kg schweren Koffer, hinlegen mussten. In Verona am Flughafen hatten wir dann gar keinen Stress mehr und ließen unseren Monat in Italien erstmal mit einem Kaffee beginnen. Der Flug an sich war dann nur 1 Stunde und 10 Minuten lang und als wir aus diesem in Cagliari ausstiegen, begrüßte uns eine warme, nach Meer riechende Brise.
Am nächsten Tag ging es dann gleich in die Schule, die sich sehr von unserer unterscheidet. Zum einem beginnt diese erst um 8.15 Uhr, wobei viele Schüler:innen vor dieser noch ins Café gehen. Das Schulgebäude ist ein bisschen älter und nicht mehr ganz so toll in Schuss. Außerdem sieht man erschreckend viele junge Leute, die rauchen und alle haben gefühlt dieselben Klamotten an (schwarze Jacke mit Jeans und Turnschuhe). Trotzdem wurden wir sehr herzlich von allen begrüßt und fühlten uns sofort sehr willkommen. Dies galt auch für unsere Gastfamilien, die sich größte Mühe geben, damit uns an nichts fehlt. Wir beide fühlen uns sehr wohl bei diesen und waren froh unsere Gastschwestern wieder zu sehen, die uns von Mitte November bis Mitte Dezember in Innsbruck besucht hatten.
Die Klassen hier sind auch viel kleiner als daheim. In Gretas Klasse sind 14 Jugendliche, in Matildas gerade einmal 9, wobei selten alle Schüler:innen anwesend sind, denn wenn man mal keine Lust auf die Schule hat, bleibt man einfach einen Tag daheim. Da Matildas Klasse die erste Woche auf Klassenfahrt war, waren wir sogar nur zu dritt, was mir aber die Gelegenheit gab, die Professor:innen besser kennenzulernen. Diese versuchen uns mit großer Mühe in den Unterricht miteinzubinden. Das Einzige, was ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, ist die Schule am Samstag. An unserem ersten Sonntag ging es dann gleich nach Cagliari, die Hauptstadt der Insel. Hier sahen wir uns die sehr schöne Altstadt an und gingen zudem in ein Museum, in dem sardische Kunst ausgestellt wurde und wir so gleich einen Einblick in die Geschichte der Insel erhielten. Der Eintritt ist dort nämlich jeden ersten Sonntag im Monat umsonst.
Auch unsere Dörfer, Guspini und Gonosfanadiga (jeder nennt es hier Gonos) sind sehr schön und wir machen dort regelmäßig Spaziergänge, auch wenn es um diese Jahreszeit so gut wie jeden Tag regnet. Etwas, das uns äußerst positiv überraschte, war der Preis für unseren allseits geliebten Cappuccino. Den teuersten, den wir getrunken haben, kostete gerade einmal 1,70€, in unserem Stammcafé in Guspini sogar nur 1.30€. Zu Hause würden wir dafür nicht einmal eine halben bekommen! Im Generellen essen wir hier sehr gut. Es gibt jeden Tag zweimal warmes Essen und obwohl es wie ein Stereotyp wirkt, gibt es wirklich fast jeden Tag mindestens einmal Pasta (zumindest bei Matilda zu Hause). Ich (Matilda) habe hier sogar zum ersten Mal Pferdefleisch gegessen, als wir zusammen mit dem Vater meiner Gastschwester essen waren. Zudem steht Fleisch so gut wie jeden Tag auf dem Speiseplan. Das glutenfreie Essen ist für uns beide auch überhaupt kein Problem, da es in Italien wesentlich mehr Auswahl und Verständnis als zu Hause gibt. Mittlerweile verstehen wir auch relativ viel Italienisch und auch beim Sprechen merken wir, dass wir etwas selbstbewusster werden. Der wichtigste Satz lautet sowieso: „Per me un cappuccino/una chioccolata calda, per favore!“ Das Fazit zur Halbzeit lautet also: Es braucht zwar ein oder zwei Tage sich einzuleben und am Anfang war vieles noch neu, man lebt sich aber schnell hier ein und die Zeit vergeht wie im Flug.
Wir genießen die Zeit hier wirklich sehr und fühlen uns hier außerordentlich wohl. Es ist kaum zu glauben, dass wir nun schon zwei Wochen hier sind und bereits so viele tolle Einblicke in die Kultur hier bekommen haben.
Greta & Matilda (7B)

